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Trinken gegen die Corona-Krise

Es scheint Trend zu werden, die Corona-Ferien zum Trinken zu nutzen. Wodka-Shots via Skype, Sekt beim gemeinsamen netflixen, Kater-Bier am Morgen. Auch YouTuber setzen sich mit einer Flasche Wein vor den Instagram-Stream und palavern über ihren Weltschmerz. Das ist nicht nur einfallslos, sondern auch schwach und blöd.

Ein Kommentar von Alex Girbel. Seit drei Wochen sitze ich nun in Quarantäne in meiner Wohnung fest. Mein Alltag hat eine feste Struktur: Aufstehen gegen sieben Uhr, Online-Vorlesungen, anschließend Praxisaufgaben erfüllen, Mittagessen und am Nachmittag lesen, Hörspiele hören und spazieren gehen bis schließlich das Abendessen ansteht. Langeweile kommt meist danach erst auf. Bei meinen Freunden und Kommilitonen setzt sich hingegen der Trend durch in den Tag zu leben. Begleitet von einer großen Auswahl an Spirituosen. Man verabredet sich zu Trinkspielen via Skype und veranstaltet Wein- und Cocktailabende über Chats. Mehrere Wohngemeinschaften in meinem Freundeskreis starten mit dem Kater-Bier in den Morgen, schlürfen beim gemeinsamen netflixen Sekt und bechern abends um die Wette Wodka-Shots. Nicht selten dokumentiert mit der wackelnden Handykamera um es anschließend über Social Media zu verbreiten.

Selbst YouTuber machen mit beim „Corona-Desinfizieren“

Erst hat mich das genervt, jetzt löst es nur noch Erschütterung aus. Auch YouTuber, die ich einst sehr mochte, verlieren bei mir an Ansehen, weil sie sich jeden Tag mit einer Flasche Wein vor den Instagram-Stream setzen und sinnlos über ihren Weltschmerz palavern. Hier wird deutlich: Trinken aus Langeweile war noch nie eine gute Idee! Ich gebe zu: Auch ich habe keine weiße Weste und habe vor einer Woche auch Mal abends getrunken, aber bei mir wird es nicht zur Freizeitbeschäftigung. Wer in der Quarantäne nichts Besseres zu tun weiß, als ständig zu trinken ist nicht nur einfallslos, sondern auch schwach. Dies öffentlich zu teilen, sendet ein völlig falsches Signal, besonders wenn man Influencer oder YouTuber ist und weiß, dass viele minderjährige Follower zuschauen. Die Quarantäne kann man nicht wegtrinken! Im schlimmsten Fall verlässt man sie mit einem ordentlichen Alkoholproblem, das therapiert werden muss. Dann doch lieber Limo, Schokomilch und Matcha in Litern.

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