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Bienen können die Natur nur erhalten, wenn wir den Bienen helfen!

Rhein-Berg - Heute ist der dritte Weltbienentag. 2018 eingeführt, soll er auf die wichtige Bedeutung der Blüten besuchenden Insekten hinweisen. Denn Wild- und Honigbienen bestäuben Wild- und Kulturpflanzen und sichern dadurch nicht nur einen Großteil unserer Nahrungsmittel, sondern erhalten als wichtiger Teil des Ökosystems die Naturvielfalt und sind wichtiger Umweltindikator.

Die Lebensbedingungen für Biene, Hummel und Co. haben sich in den letzten Jahrzehnten verschlechtert. So haben Honigbienen häufiger mit hohen Überwinterungsverlusten zu kämpfen und von den 560 in Deutschland registrierten Wildbienenarten stehen ca. die Hälfte auf der Liste der gefährdeten Arten. Nach dem Prinzip des Geben und Nehmen bedeutet das: Wenn Bienen auch weiterhin die wichtigen Bestäubungsdienste erfüllen sollen, so muss der Mensch ihnen helfen.

Dazu muss man kein Imker sein. Helfen kann schon ein kritischer Blick und die Frage: Ist mein Garten, mein Balkon bienenfreundlich gestaltet? Bienen, insbesondere Wildbienen, finden immer weniger Lebensräume und es fehlt Blütenbesuchern an vielfältiger pollen- und nektarreicher Nahrung. Das muss sich schnellstens ändern. Denn immer wieder verwandeln sich Gärten in aufgeräumte, triste Steinwüsten, in welchen Insekten weder Nistmöglichkeiten noch Futter finden. Das ist weder ökologisch, noch sind solche Gärten pflegeleichter. Mit wenig Aufwand kann man viel im Sinne der Bienen bewirken. So ist ein durchgängiges Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst wichtig. Pflanzen, die besonders bienenfreundlich sind, findet man z. B. im Pflanzenlexikon des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL), das gerade im Zuge der Aktion "Bienen füttern" (www.bienenfuettern.de), die der D.I.B. als Akteur unterstützt, neu erschienen ist. Der D.I.B. informiert auf seiner Homepage www.deutscherimkerbund.de unter der Rubrik Bienen und Bestäubungsleistung ebenfalls mit zahlreichen Links über bienenfreundliche Pflanzen und Saatgutmischungen.

Weitere Tipps sind z. B. eine artenreiche Blumen- oder Kräuterwiese, die Lebensraum für viele Insekten ist und dem Gartenbesitzer das lästige Rasenmähen erspart. Ein- und mehrjähriges, heimisches, regionales Saatgut wird dafür mittlerweile von vielen Saatgutherstellern angeboten. Weitere Möglichkeiten sind die Anlage blühender Hecken als Grundstückbegrenzung, die Schaffung von Nistmöglichkeiten für Wildbienen und eine Bienentränke sollte ebenfalls nicht fehlen. Und ganz besonders wichtig: Keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel anwenden, denn diese gefährden Insekten. Gärten, Balkone, Terrassen, die nach diesen Regeln gestaltet sind, werden nicht nur den Insekten gefallen, sondern auch ein Blickfang und ein besonderer Erholungsort für uns Menschen sein. Außerdem kann jeder unseren Honigbienen helfen, indem er regionalen Honig mit wertvollen Inhaltsstoffen beim Imker kauft und damit die Bestäubungsleistung vor Ort sichert. Diese kann man nämlich im Gegensatz zum Honig nicht importieren. Aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Kommunen stehen in der Verantwortung. Die stetig wachsende Flächenversiegelung und die daraus resultierende Pflanzenarmut führen nicht nur zu Problemen für Blütenbesucher, sondern zur Reduzierung des Wasserrückhaltevermögens, zur Verringerung der Sauerstoff-Produktion und CO2-Bindung, fehlender Kühlung im Sommer u.v.m. Auch hier gibt es Beispiele, die zeigen, dass es anders geht. Immer mehr Städte und Gemeinden gestalten z. B. freie Flächen, Verkehrsinseln und Straßenränder mit Blühmischungen, verbieten die sogenannten Schottergärten oder integrieren Dach- und Fassadenbegrünungen in Bebauungsvorschriften für Neubaugebiete. Die wichtigsten Ansprechpartner für den D.I.B. werden zukünftig trotzdem die Politik und die Landwirtschaft bleiben, wenn es um die Verbesserung der Nahrungs- und Lebensbedingungen von Bienen geht. Denn die Monotonie des Angebotes an Kulturpflanzen und der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln im ländlichen Raum darf nicht dazu führen, dass Honigbienen vermehrt in Stadtgebieten gehalten werden und eine flächendeckende Bestäubung gefährdet ist. Konkrete Forderungen und Vorschläge dazu formuliert der Verband in seinen Positionspapieren zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik seit Jahren und arbeitet in entsprechenden Gremien mit.

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